Braucht Künstliche Intelligenz wirklich neue Gesetze?

shutterstock_748045504

Unter dem Titel “Making AI European“ hat der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments eine Debatte über Künstliche Intelligenz (KI) geführt. Aus Sicht des VDMA ist es gut, dass Regeln für KI auf EU-Ebene diskutiert werden.

Am 12. Mai 2020 hat der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments eine Reihe von Berichten zum Thema Künstliche Intelligenz diskutiert, darunter einen Berichtsentwurf des Europaabgeordneten Axel Voss (EVP/DE) zur Regelung der zivilrechtlichen Haftung beim Einsatz Künstlicher Intelligenz.

„Grundsätzlich ist es gut, dass Regeln für KI auf europäischer Ebene diskutiert werden“, sagt Claus Oetter, Geschäftsführer VDMA Software und Digitalisierung, „Unternehmen brauchen Rechtssicherheit durch europaweit geltende Regeln.“

Der VDMA fordert die Europaabgeordneten aber auf, den Bedarf an zusätzlicher Gesetzgebung sorgfältig zu prüfen und nicht vorschnell zu handeln. Viele Aspekte von Künstlicher Intelligenz in der Industrie sind nicht neu und werden bereits durch die bestehende Gesetzgebung abgedeckt. Dies gilt vor allem für Produkte des Maschinenbaus, für die strenge Sicherheitsvorschriften gelten - ganz unabhängig davon, ob sie eingebettete KI nutzen oder nicht.

Wichtig ist auch, die Kriterien für sogenannte Hochrisikoanwendungen klar zu definieren und den Begriff Autonomie zu klären, um eine Überregulierung von völlig harmloser Automatisierung zu vermeiden. „Im Maschinenbau sind fast alle KI-Anwendungen sicher und unkritisch. Gleichzeitig ist das Potenzial riesig. Europa muss daher vor allem die Chancen sehen und die Risiken realistisch einschätzen“, resümiert Oetter.