Interoperabilität - Basiskriterium für Kommunikation und Verständigung

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Interoperabilität ist eine Überlebensfrage für ein Unternehmen

Wir befinden uns in einer schwer bewertbaren Situation. Die Entwicklung der Pandemie, durch das Coronavirus hervorgerufen, erfordert von allen eine große Zurückhaltung und einen ebenso großen Optimismus. Die Maschinenbau-Unternehmen haben Teile ihrer Aktivitäten in dieser Situation auf ein Minimum herunterfahren müssen. Ihre Mitarbeiter arbeiten entsprechend der Gegebenheiten von zu Hause und halten so zumindest den Minimalbetrieb aufrecht.

Für das tägliche Leben im privaten Umfeld sind Smartphones mit Applikationen ein ausreichendes Kommunikationsmittel. Die Kommunikation durch Sprache, Bilder, Video, etc. ist dank der einheitlichen Übertragungsmöglichkeiten gegeben.

Liste der Interoperabilitätsprobleme ist im beruflichen Alltag groß

Im beruflichen Alltag hingegen zeigen die Systeme Grenzen auf. Sie können nicht oder zumindest nicht immer effizient miteinander kommunizieren. So werden Bestell- oder Fertigungsaufträge zurückgewiesen, falsch interpretiert oder im schlechtesten Fall von den Partner-Systemen ignoriert. Die Liste der Interoperabilitätsprobleme lässt sich erweitern. Sie reicht von der Zusammenarbeit mit Kunden über die unternehmensinternen Abläufe bis hin zum Kontakt mit dem Zulieferer – auf allen Ebenen einschließlich der IT-Infrastruktur.

Die Fähigkeit der guten Zusammenarbeit intern sowie extern z. B. mit anderen Unternehmen ist mehr als ein Qualitätsmerkmal und Vorteil. Sie ist – am heutigen Markt – für viele Firmen besonders KMUs eine Frage des Überlebens. Unternehmen, vorzugsweise Endfertiger (OEMs), fordern mehr Zusammenarbeit während des gesamten Lebenszyklus eines Produktes, um Kosten und Verzögerungen zu reduzieren. Zunehmende Zusammenarbeit innerhalb eines Netzwerkes von Organisationen ermöglicht zudem kontinuierlich, neue Produkte am Markt vorzustellen.

Aber: Unternehmenssysteme sowie -Organisationseinheiten können wegen unterschiedlich gearteter Barrieren häufig nicht miteinander arbeiten. Die durchgängige system- und organisationsübergreifende Interoperabilität ist das zu erreichende Ziel. Vorstellbar ist, die Unternehmens-Interoperabilität als Engineering-Disziplin zu definieren.

Häufiges Problem: Kommunikationsschwierigkeiten und Missverständnisse

Leider gibt es für Interoperabilität viele Definitionen und unterschiedliche Bedeutungen aus den verschiedenen Sektoren und Themengebieten. Dies führt zu Kommunikationsschwierigkeiten und -Missverständnissen. Infolgedessen ist es wichtig, das unternehmensspezifische Konzept der Interoperabilität zu definieren. Dies muss so durchgeführt werden, dass es mit der Relevanz aller Unternehmenskooperationen und Unternehmensziele korreliert. Interoperabilitätsbarrieren lassen sich in drei Kategorien einteilen: Konzeptionell, technologisch und organisatorisch. Aus Sicht der Projektplanung ist zusätzlich der zeitliche Ablauf (kurzfristig, mittelfristig) zur Beseitigung der identifizierten und beschriebenen Interoperabilitätsbarrieren festzulegen.

Der Leitfaden Interoperabilität durch standardisierte Merkmale beschreibt das Vorgehen zur eindeutigen Beschreibung von Produkten bis hin zu einer gemeinsamen „Sprache“ für den Austausch von Informationen oder Signalen. Dabei geht er auf die im Maschinenbau schon erbrachte Vorarbeit der eindeutigen Identifikation von Produkten und ihrer möglichen weiteren Verwendung ein.

Fazit:
Interoperabilität ist als eine notwendige Unterstützung anzusehen, die geschäftliche Zusammenarbeit zu ermöglichen; sie selbst ist aber nicht die geschäftliche Zusammenarbeit schlechthin.

Das Konzept Interoperabilität ist mit einem PLM Konzept vergleichbar. Nur die ständige Kontrolle und Steuerung führen zu optimalen kompatiblen operativen Abläufen.