Low Coding

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Low Coding entlastet Softwareentwickler und gibt Außenstehenden die Möglichkeit selbst Software zu entwickeln.

Was ist Low Coding?

Hinter dem Begriff Low Coding (dt. geringer Code / wenig Code) verbirgt sich der Ansatz, Programme und Anwendungen mit Hilfe von visuellen Elementen und modellbasierten Entwicklungsmethoden zu entwickeln. Ziel ist es, durch die Reduktion des zu schreibenden Codes, die Anwendungsentwicklung zu beschleunigen und diese Möglichkeit auch Personen ohne eigene Programmierfähigkeiten zu eröffnen. Der Anwender kann in vielen Fällen das Programm nach seinen Anforderungen und Bedürfnissen modifizieren und erweitern. Durch diese sogenannten Citizen Developer ist es möglich, Lösungen und Anwendungen schneller bereitzustellen als durch einen klassischen Entwicklungsprozess durch ausgebildete Softwareentwickler und Programmierer. Dies hat den Vorteil, dass in einem Unternehmen nicht selbst gebastelte Work-Arounds in Form von Excelsheets oder anderen Tools etablieren und sich eine sogenannte Schatten-IT ohne Kenntnis und Kontrolle der Softwareexperten bildet.

Wo kommt es her?

Das Konzept von Low Coding ist an sich keine neue Idee. Bereits in den 1980er Jahren kam der Begriff der fourth generation language (4GL) auf. Hierunter versteht man Programmiersprachen und Entwicklungsumgebungen, welche es dem Anwender ermöglichen, mit wenig Aufwand Funktionen und sogar vollständige Anwendungen zu entwickeln. Anders als bei den klassischen Programmiersprachen der dritten Generation (3GL), der Assembler- (2GL) oder Maschinensprache (1GL) sind nur wenig Programmierfähigkeiten und -erfahrung notwendig, um erfolgreich Anwendungen zu entwickeln. In den 1980er Jahren gab es jedoch nur wenige konkrete Anwendungsfälle. In den 1990er Jahren entstanden erste Rapid Application Develepment Produkte (RAD), in welchen beispielsweise sogenannte What You See Is What You Get (WYSIWYG) Editoren zum Einsatz kamen. Hierbei kann der Entwickler die gewünschte Software / das Produkt, direkt so gestalten, wie es am Ende aussehen soll und muss nur in Ausnahmefällen direkten Programmcode schreiben.

Wie funktioniert Low Coding?

Aktuell sind sogenannte Low Code Development Plattformen im Einsatz. Diese ermöglichen Entwicklern mit Hilfe von visuellen Tools Logik, Benutzeroberflächen, Datenmodelle oder Geschäftsprozesse zu erstellen. Dies können zum Beispiel vorgefertigte Blöcke sein, die der Entwickler in seiner Anwendung platziert oder auch Logik in Form von Ablaufdiagrammen jeglicher Art.

Durch eine simple gemeinsame Basis, die jeder Anwender in einem Unternehmen versteht, vom ungelernten Anwender bis hin zum IT-Spezialisten, ist es jedem möglich Software und Anwendungen zu entwickeln, welche auch einfach zu benutzen sind. Jeder Mitarbeiter kann sich produktiv einbringen. Dies beschleunigt den Entwicklungsprozess sehr stark, da Prozesse direkt von den Personen umgesetzt werden können, die diese Funktion benötigen. Nach der Umsetzung ist diese in der Regel auch sofort einsatzbereit. Durch diesen Entwicklungsprozess wird die Softwareentwicklung auf zwei Wegen entlastet. Zum einen muss sie nicht für simple Anwendungsfälle selbst aufwändig Code entwickeln und zum anderen gibt es unternehmensweit eine einfach zu verstehende Sprache, die jeder versteht. Dies erleichtert auch die Fehlersuche und das Eingliedern neuer Prozesse in bestehende Systeme. Von dieser Transparenz profitieren alle Teilnehmer.

Wo geht es hin?

Gerade für IoT-Projekte verspricht der Low Coding Ansatz eine vielversprechende Lösung. Neue Systeme müssen in eine bestehende Infrastruktur eingepflegt und für die neue Umgebung angepasst werden. Mithilfe von Low Coding Plattformen kann dies ohne externe Experten agil und individuell erfolgen. Viele Produkte entsprechen nicht exakt den Anforderungen, die ein Unternehmen an sie stellt. Mit Hilfe von Low Code, können sie aber von den eigenen Mitarbeitern direkt vor Ort angepasst werden.