VDMA-Report 2018: Digitalisierte Dienste sollen zum Umsatzmotor werden

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Die aktuelle VDMA Erhebung zeigt den Angebotsstand bei digitalisierten Produkten und produktbegleitenden Dienstleistungen. Besonders datenbasierte Dienstleistungen auf Basis von Machine Learning und Big Data Analytics sollen bis 2021 stark wachsen.

Im Frühjahr 2018 befragte der VDMA im Rahmen der alle drei Jahre stattfindenden Studie Konstruktions- und Entwicklungsleiter aus den Branchen des Maschinenbaus. Diese gaben unter anderem ihre Einschätzung zur Relevanz von Technologien, zu Entwicklungstendenzen bei der Digitalisierung der Produkte und produktbegleitenden Dienstleistungen sowie zu Maßnahmen zum Auf- und Ausbau der Digitalisierungskompetenz in den Unternehmen ab.

Software und Automation steigt weiter

Weiterhin ungebrochen zeigt sich der Wachstumstrend beim Software- und Automationsanteil (IT-Hardware und Elektrotechnik) in den Produkten des Maschinenbaus. Bezogen auf die Herstellkosten (inklusive der Entwicklungskosten für Software) beträgt dieser mittlerweile rund ein Drittel. Die verbleibenden zwei Drittel entfallen auf die mechanischen Komponenten. Bis 2021 rechnet die Mehrheit der befragten Unternehmen (88 Prozent) außerdem mit einem weiteren Anstieg des Software- und Automationsanteils. Zehn Prozent der Befragten erwarten sogar eine Steigerung um mehr als 10 Prozent.

Umsatzmotor digitalisierte Services

Aber nicht nur der Software- und Automationsanteil soll weiterwachsen, sondern auch der Umsatz mit digitalisierten produktbegleitenden Dienstleistungen wie Remote Service, Condition Monitoring, Predictive Maintenance oder datenbasierten Dienstleitungen. Bisher spielen diese hinsichtlich des Unternehmensumsatzes nur eine geringe Rolle. Bei rund 87 Prozent der Studienteilnehmer beträgt der Umsatzanteil heute weniger als fünf Prozent. Dies soll sich allerdings bis 2021 deutlich ändern. Die Hälfte der befragten Maschinenbauer strebt dann Umsatzanteile zwischen fünf und 40 Prozent an.

Machine Learning und Big Data

Bei der Betrachtung des aktuellen Angebotes der befragten Unternehmen hinsichtlich digitalisierter Produkte und produktbegleitender Dienstleistungen präsentiert sich ein sehr heterogenes Bild. Maschinen mit Internet- oder Netzwerkverbindung zum Auslesen und Analysieren von Echtzeitdaten oder Remote Services werden bereits von mehr als der Hälfte der Maschinenbauer angeboten. Die größten Zuwächse deuten sich vor allem bei den digitalisierten produktbegleitenden Dienstleistungen an. So bereiten 48 Prozent der Unternehmen auf Basis von (Big) Data Analytics und 38 Prozent der Unternehmen auf Basis von Machine Learning entsprechende Dienstleistungsangebote bis 2021 vor.

Herausforderung in der Entwicklung

Der weiter steigende Personalbedarf, der Know-how- und Technologie-Transfer sowie die Aus- und Weiterbildung werden für immer mehr Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus zur Herausforderung. Bereits heute sehen acht von zehn Studienteilnehmer die Personalverfügbarkeit bei der Entwicklung von Software und Automatisierungstechnik als großes Problem an. Aber auch der Know-how- und Technologie Transfer macht den Unternehmen zu schaffen. Zum dritten Mal in Folge ist der Anteil der Firmen, die damit zu kämpfen haben, auf nunmehr 58 Prozent (2015: 48 Prozent) gestiegen. Der größte prozentuale Zuwachs bei den Problemfeldern zeigt sich allerdings bei der Aus- und Weiterbildung. Im Vergleich zu 2015 hat sich der Anteil der Unternehmen, die davon betroffen sind, um 38 Prozent gesteigert.

Partnerschaften suchen

Umso wichtiger wird es deshalb, sich nicht nur über eine bessere und zielgerichtete Weiterbildung im eigenen Unternehmen Gedanken zu machen, sondern auch engere Kooperationen mit Dienstleistungspartnern, IT-Unternehmen oder anderen Maschinenbauern einzugehen. Die aktuelle Befragung zeigt jedoch, dass je nach Betriebsgröße die Unternehmen unterschiedliche Schwerpunkte bei den getroffenen Maßnahmen setzen. Werden derzeit bei Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern beispielsweise Weiterbildungen zu IT-Spezialisten schon von mehr als 40 Prozent der Teilnehmer im hohen oder mittleren Maße genutzt, sind es dagegen bei kleineren Maschinenbauern erst 26 Prozent. Auch Kooperationen mit IT-Unternehmen oder anderen Maschinenbauern werden bisher stärker von Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern in Anspruch genommen. Die zukünftige Planung lässt aber erkennen, dass auch die kleineren Unternehmen bis 2021 einen breiteren Maßnahmenmix einsetzen wollen, um die Digitalisierungskompetenz weiter auszubauen.

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