IMPULS-Studie 2016: Digital-vernetztes Denken im Maschinenbau

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Die Studie der IMPULS-Stiftung zeigt auf, wo der Maschinen- und Anlagenbau beim digital-vernetzten Denken steht und sie gibt Handlungsempfehlungen für die unternehmerische Praxis.

Die Studie "Digital-vernetztes Denken in der Produktion" wurde von der IMPULS-Stiftung des VDMA initiiert, vom VDMA Fachverband Software und Digitalisierung inhaltlich unterstützt und vom Institut für Lernen und Innovation in Netzwerken (ILIN) der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft sowie vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI durchgeführt.

Digitalisierungsstrategie in vielen Unternehmen bereits vorhanden
Ein Drittel der befragten Unternehmen hat bereits eine dezidierte Digitalisierungsstrategie, ein weiteres Viertel will in den nächsten drei Jahren eine Digitalisierungsstrategie einführen.
In der Personalentwicklung dagegen beschäftigt sich bislang nur jedes fünfte Unternehmen strategisch mit den Herausforderungen der Digitalisierung. Jedoch erfolgt digital-vernetztes Innovieren zunehmend im Grenzbereich von Disziplinen und Geschäftsbereichen. Dafür sind Offenheit und interdisziplinäres Verständnis bei allen Beteiligten notwendig. Aspekte, die auch bei der Ausrichtung der Weiterbildung der Mitarbeiter und Neueinstellung berücksichtigt werden sollten. 

Hohe Entwicklungsdynamik
Als Wegbereiter für neue Geschäftsmodelle in der digital-vernetzten Welt dienen datenbasierte Dienste oder Predictive Maintenance Modelle. Hier zeigt sich zwar, dass diese Services bislang noch von wenigen Unternehmen angeboten werden. Dafür werden diese Technologien überwiegend selbst entwickelt und die Dynamik bezüglich der in den nächsten drei Jahren geplanten Einführungen ist sehr hoch. Schlüsselkompetenzen für die digitale Vernetzung liegen in der Softwareentwicklung von modularen Applikationen (Apps), in der Programmierung der Maschinen- und Anlagensteuerungen sowie in der Analyse komplexer Daten und im Verständnis der Kundenprobleme. Von hoher Bedeutung sind auch Kompetenzen in der IT-Sicherheit und beim benutzerorientierten IT-Design.

Kompetenzaufbau ist eine zentrale Herausforderung
Da ein interdisziplinäres Vorgehen immer wichtiger wird, sollten Mitarbeiter der verschiedenen Ingenieur- und IT-Disziplinen sowie Facharbeiter bei Projekten konsequent zusammenarbeiten. Eine große Herausforderung liegt im Auf- und Ausbau von Digitalisierungskompetenzen. Bei der Rekrutierung entsprechender IT- und Software-Spezialisten haben kleine Unternehmen eher Schwierigkeiten als große Unternehmen. Sie lagern daher häufiger ihre Softwareentwicklung an externe Dienstleister aus. Eine weitere strategische Option ist die Ausgliederung eigener IT- und Softwareunternehmen für mehr Flexibilität und Entwicklungsgeschwindigkeit. Ein erstaunlich hoher Anteil (ein Fünftel) der befragten Unternehmen ist hier bereits aktiv.

Potenziale von agilen und designorientierten Entwicklungsprozessen heben
Zunehmend wichtig wird auch die Bereitschaft der Unternehmen zum raschen Experimentieren, Testen und Lernen. Wie die Studie zeigt, können diese Methoden die Fähigkeit zur eigenen Entwicklung digitaler Produkte und Services signifikant befruchten. Bislang werden sie von relativ wenigen Unternehmen eingesetzt, hier besteht durchaus noch Potenzial. Weiterhin zeigt sich ein positiver Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Lean-Konzepten und der Fähigkeit der Unternehmen zur Nutzung digital-vernetzter Technologien in den eigenen Produktionsprozessen. Schlanke, geordnete Prozesse nach Lean-Prinzipien sind demnach eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Technikadaption.

 

Online-Benchmarking für Unternehmen
Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, die im Rahmen der Studie generierte Datenbasis für eine Online-Selbstverortung zu nutzen. Das Online-Benchmarking kann unter http://www.digitalisierungskompetenz-benchmark.de genutzt werden.

Download der Studie
Die Studie kann auf der Seite der Impuls-Stiftung http://www.impuls-stiftung.de/studien heruntergeladen werden.

VDMA Software und Digitalisierung

Guido Reimann
Tel. +49 69 66 03-1258
 

Bei Fragen zur Studie, Methodik oder zum Online-Benchmarking wenden Sie sich an:

ILIN Institut für Lernen und Innovation in Netzwerken, Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft

Prof. Dr. Steffen Kinkel